(oder: Vom Wunsche, der Welt zu geben…)
Regelmäßige Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel haben es gelernt, selbst mit den größten Unbequemlichkeiten zu leben. Und als ob die Bahn dies wüsste, stellt sie gerade an die Stammkunden der Bahnlinie S 6, wie den Autor, diesbezüglich die höchsten Anforderungen. Ungeachtet dessen, will mit gutem Beispiel vorangegangen sein, verbietet sich natürlich der Besitz eines Kraftwagens. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass aktuelle Modelle mit fossilen Brennstoffen betrieben werden und sie für die Nutzung nur während einer kurzen Zeitspanne (für etwa 10-15 Jahre) produziert sind. Lassen wir den Flächenverbrauch für Straßen und Plätze einmal außen vor, haben unsere Blechkisten zudem einen Schwindel erregenden „Ökorucksack" aufgeladen, besieht man sich die Stoffe und die Energie, die zur Herstellung eines einzelnen Fahrzeugs aufzuwenden sind. Zwar drängt sich die Überlegung nicht gerade auf, doch verschlingt die Produktion eines einzigen Autos unter anderem unglaubliche 140.000 Liter Wasser, mutmaßlich schon nach den heutigen technischen Möglichkeiten eigentlich ein Unding. Neben den vernichteten Ressourcen entstehen dem Normalverdiener zugleich kaum noch erschwingliche Betriebskosten, die überdies auch aus wirtschaftlicher Sicht die Anschaffung eines Autos als völlig absurd erscheinen lassen. Doch soll das Thema hier nicht weiter vertieft sein, der Anschnitt mag nur verdeutlichen, warum der Autor dieser Zeilen trotz aller Unannehmlichkeiten sogar aus einiger Überzeugung öffentliche Verkehrsmittel nutzt. Kommen wir deshalb zu deren Vorzügen:
Etwa die Bahn bietet beste Gelegenheiten, sich während der Fahrt oder bei Wartezeiten lesend zu informieren. Der Autor selbst greift allerdings aus verschiedenen Gründen schon seit Jahren dort kaum noch zu einer eigenen Lektüre. Eine regelmäßig des Morgens verspätet im Kasten liegende Zeitung, eine oft fühlbar unterbrochene Augenpflege sowie die häufig drangvolle Enge im Zug sind einige der hierfür zu nennenden Gründe. Das Wichtigste erfährt man aber ohnehin aus der Zeitung des Gegenübers (oft reichen die Schlagzeilen) und wenn sich keine findet, lässt sich zumindest der Horizont eines Mitreisenden am Titel seines Schmökers ablesen. Allerdings geraten die Blicke in fremde Lektüre manches Mal auch zum Ärgernis. So las der Autor jüngst im Buch einer Nachbarin im Anschluss an ein Bibelzitat unter anderem die Formulierung „Gier nach Erfolg“. Im Weiteren wurde der Leser mehr oder minder verblümt dazu aufgerufen, sich eben nicht zu bemühen. Gerne hätte er seiner jungen, mutmaßlich ob dieses Ratschlags befremdet wirkenden, Nachbarin dazu einige Worte mit auf den Weg gegeben. Doch erschien eine „Belehrung" respektlos, daher an dieser Stelle mit Verweis auf „Die Reise in die Seele“ einige Worte der Erklärung:
Ohne ein Streben nach Erfolg, ohne Wunsch, innerhalb einer Gesellschaft/Gemeinschaft Achtung entgegengebracht zu erhalten, lässt sich kein Fortschritt realisieren. Kein Mensch „reißt sich den Hintern auf", wenn am Ende alle gähnend vor ihm stehen und erklären, dass sie so weitermachen wollen wie bisher. Wer daher Entwicklung möchte, muss streben, muss sich dazu auch selbst bewegen. Wenn aber nun jemand fordert, man solle nicht nach „Erfolg gieren", also für sich kein Ziel ins Auge fassen, muss davon ausgegangen werden, dass derjenige jegliche sinnvolle Eigen-Bewegung des Lesers bereits im Keim ersticken will. Was aber kann jemand im Schilde führen, der meine Entwicklung bremsen möchte, doch nicht „mein Bestes“? Ich dagegen hätte beispielhaft für negative Einstellungen "Profitgier", also eine übersteigerte „Gier nach Geld", angeführt, selbst eine „Gier mit Nonsens in der Öffentlichkeit zu brillieren“ (etwa DSDS) hätte ich unterschrieben, nicht aber eine „Gier nach Erfolg“. Denn ohnehin „giert“ man nicht nach Erfolg, sondern man strebt ihn an, richtet mithin ein positives Sinnen und Trachten auf das Erreichen eines selbst gesteckten Zieles. Wird aber mein positives Streben nach Erfolg, mein Streben auch nach Selbstverwirklichung von vornherein negativ belegt, verrät es damit einiges über die Religion bzw. die Ziele mancher Glaubensgemeinschaften: Sie, liebe Leser, sollen für dumm verkauft werden, unmündig bleiben und sich wie Schafe von den Wölfen in ihr Verderben leiten lassen. Denn rein zufällig wird diese Formulierung nicht gewählt gewesen sein.
Anders verhält es sich natürlich in der freien Mystik, denn hier geht es gerade darum, Sie persönlich sowie die Menschheit in ihrer Gesamtheit zu entwickeln. Dem stehen auch meine eigenen Interessen nicht entgegen, im Gegenteil, sie ergänzen sich. Nehmen wir mein Ziel heraus, ein sinnvolleres und erfüllteres Leben führen zu dürfen: Bedeutete für mich nach Auflösung der Abtreibung als Mann, mit den gewonnenen Erkenntnissen die Welt zu verändern. Dafür war in weiterer Vorleistung über eigene Einsichten und persönliche Erkenntnisse der Horizont in immer neue Höhen zu stemmen. Dazu mussten Schriften immer neu bearbeitet werden, letztendlich mit dem Ziel, mittels immer klareren Worten und immer deutlicheren Ansagen zu überzeugen, um nachhaltig zu verändern. Denn, daran sei erinnert, sitzen wir hier allesamt auf einem Planeten, dem langsam die Luft ausgeht, der ständig weiter erwärmt wird und dessen sich uns bietende Lebensgrundlagen allmählich vernichtet werden. Wir brauchen deshalb neue Ideen und gemeinsame Anstrengungen. Wir können nicht weitermachen wie bisher (wozu auch die Einstellung zum Automobil gehört), dürfen dazu keine Potentiale brachliegen lassen oder nur einigen wenigen ein (finanziell) sorgenfreies Auskommen ermöglichen. Mystik bietet uns allen dazu die Möglichkeit, uns weltweit als im gleichen Boot sitzend zu begreifen und gemeinsam die kommenden Herausforderungen zu meistern. Mystik war deshalb für mich nie Selbstzweck, es ging für mich immer mit darum, erstens die notwendige Anerkennung zu erhalten, um zweitens zugleich mit den Ergebnissen meines Strebens und Schaffens zu bewegen und dann drittens andere zu animieren, sich ebenfalls auf diesen Weg zu begeben.
Die Entfaltung Ihres Potentials war angesprochen. Hier geht es zunächst einmal darum, Ihnen die allgemeine Lebensaufgabe jedes Menschen zu erklären. In einem Satz formuliert: „Der Sinn des Lebens besteht darin, seine Seele zu vervollkommnen.“ Damit ist über die Zielerreichung zu sprechen, nämlich über die Auflösung so genannter Schlüsselerlebnisse. Auch hier werden die notwendigen Hilfen geboten, die Dinge richtig anzugehen und Ihnen wird im übertragenen Sinne die Hand gereicht, damit Sie sich nicht verlieren. Der nächste Schritt ist dann die Bewertung eigener Erkenntnisse, sprich, es sind allgemeingültige von rein personenbezogenen Einsichten zu trennen. Anschließend mag man dann mit den gewonnenen Ergebnissen Religion, Dichtkunst oder Philosophie schöpfen. Nun mögen Sie einwenden, dass Ihnen gerade letztere Themen überhaupt nicht am Herzen liegen. Gut, aber es sind ebenfalls Selbsterkenntnis, Selbstzufriedenheit und das Wissen um göttliche Aufnahme (der Seele aus dem Geburtenkreislauf) nach dem Tod nur mittels des vorgenannten Prozesses erreichbar. Darüber hinaus könnten Sie unter Umständen noch Dinge erfahren, die uns allen weiterhelfen. Denn für das Leiden wird der sich an Gott Wendende (vorzugsweise natürlich die Große Mutter) mit Erkenntnissen belohnt. Da es wenig Sinn machen würde, mir etwas über Biologie, Chemie, Physik oder Technik mitzugeben, geht meine Hoffnung dahin, dass Sie bei entsprechender Vorbildung aus der Geschichte noch etwas für uns alle herausholen könnten. Da insbesondere jedoch zu Beginn Ihres Weges Sprachlosigkeit den Gedankenaustausch verhindern wird, galt es daher, Sie mittels des Werkes „Die Reise in die Seele“ um die ärgsten Hindernisse herumzubekommen. Sie alle sollen nämlich sämtliche Möglichkeiten erhalten, sich im Prozess zugleich auf andere, wichtige Dinge zu konzentrieren. Deshalb ging es mir mittels ständiger Verbesserungen darum, quasi Ihr „Blindenführer“ in dem wichtigsten Abschnitt Ihres Lebens zu sein und für weitere Erkenntnisse Ihr Steigbügelhalter zu werden. Sie sollen es also einfacher haben als ich, der jahrelang nach Hilfen Ausschau hielt und erst spät weitere „Leidensgefährten“ fand, ohnehin als ich ihrer für meinen Prozess nicht mehr bedurfte. Natürlich können Sie auch zu Goethes Faust greifen, doch – so gut das Buch sein mag – es bewahrte weder Hesse noch Nietzsche davor, erst einmal „in die schamanische Falle zu tappen“. Da man im Übrigen nie weiß, wann einen der Prozess des Erkennens überfällt, empfehle ich Ihnen, gleich heute noch vorsorglich „Die Reise in die Seele“ zu erwerben. Dank chlorfrei gebleichten Papiers dürfte es auch jeglichen (im Grunde untauglichen) Versuch eines Aussitzens überdauern. Sei mir zum Schluss noch gestattet, anzufügen, dass ich mich schon jetzt über Ihren regen Zuspruch freuen werde und darüber hinaus mit neuen Schriften nach weiterer Anerkennung streben würde.