Neben etlichen unerfüllten Träumen, Wünschen und Hoffnungen war das Nichtbestehen des ersten juristischen Staatsexamens die wohl schwerwiegendste Niederlage meines Lebens. Ohnehin wäre ich lieber Lehrer für Deutsch und Geschichte geworden, doch beschwor uns damals ein Kultusminister Namens Girgensohn, nicht die pädagogische Laufbahn einzuschlagen. Wie dem auch sei, jedenfalls begann im Anschluss an das Studium meine Laufbahn als Schadensachbearbeiter. Dabei stellte ich mich zu Beginn wohl derart dämlich an, dass meine Kollegen mehrfach Nervenzusammenbrüchen nahe waren. Natürlich lag dies weniger an einem bescheidenen Intellekt, wie man hätte vermuten können, sondern eher an einem fehlenden Selbstwertgefühl aufgrund der erlittenen Niederlage. Das besserte sich erst, als mir die „unfallfreie“ Abwicklung von Schäden gelang, ohne ständig nachfragen zu müssen. Immerhin hatte ich das Glück, in einer Schadenabteilung mit vielen älteren Kollegen zu arbeiten, denen eine eigene Note in der Regulierung am Herzen lag, sodass ich mir schließlich ebenfalls einen persönlichen Stil erarbeiten konnte. Über die Jahre wuchsen meine Aufgabenbereiche und hinzu trat eine langjährige Betriebsratstätigkeit, was die weitere Entwicklung prägte. Meinem persönlichen, gegenüber dem Himmel geäußerten Wunsche entsprechend, einmal alle Schäden in allen Sparten zu bearbeiten, brachte mir überdies ein knapp einjähriges Engagement bei einem mittelständischen Industrie-Versicherungsmakler ein. Und erneut wunschgemäß verdiene ich mir derzeit meine Brötchen mit der Abwicklung von einfachen Kfz-Schäden, sodass mir der Kopf frei zum Schreiben bleibt. Nichtsdestotrotz dürfte die Bezahlung angemessener ausfallen, doch wurde mir jüngst mein diesbezüglicher Vorstoß mit den Worten beschieden, ich sei ja esoterisch angehaucht und solle mir stattdessen meine persönliche Befriedigung aus diesem Bereich holen. Diesen wohlgemeinten Ratschlag nehme ich natürlich gerne auf, insbesondere da sie von einer Person stammt, die wegen Reichtums nicht mehr arbeiten gehen müsste, sondern zudem Dank Befreiung von festgelegten Arbeitszeiten eher einer lustvollen und stundenweisen, dafür aber hoch dotierten Beschäftigung nachgeht. Damit nun aber zu den Ansagen an den Himmel, von denen hier im Abschnitt bereits die Rede war.
Mit fünfzehn traute ich mich das erste Mal, dem Himmel gegenüber einen Wusch zu äußern. Ich wollte, dass mein Name in allen Lexika dieser Erde bis an das Ende aller Tage stehen sollte. Mit sechzehn erhielt ich dann „meine erste Aufgabe“, nämlich die Auflösung der „Sage vom versunkenen Schloss“, die ich mir von meiner Mutter erzählen ließ. Damals gelang mit bereits, herauszuarbeiten, dass diese einst mündliche Überlieferung die Aussage enthält, dass Gott eine Frau sei. Im Anschluss an meine zweite Aufgabe, eine erste Bewusstwerdung um meine kindlichen Schlüsselerlebnisse, zeigte mir deshalb schon die Große Mutter im Traum als eine „Torso-Frau“ mein erstes Buch. Heute weiß ich, dass dieses Buch nicht mein erstes Werk mit dem Titel „Göttliche Erkenntnis“, sondern „Die Reise in die Seele“ gewesen sein muss. Denn drei (blaue) Buchrücken im Hintergrund verwiesen auf drei Bücher, aus denen dieses Werk collagenartig zusammenzufügen war. Die Farbe „Blau“ jedoch kam mir für das Buch erst mit Abschluss der Arbeiten in den Sinn. Dennoch, so einfach wie ich Ihnen heute hiervon berichten kann, war der Prozess für mich natürlich nicht. Als junger Erwachsener fühlte ich mich nämlich genauso Ängsten und Zweifeln ausgesetzt, wie die meisten unter Ihnen. Zudem bin ich weit weniger „esoterisch angehaucht“ oder „spirituell veranlagt“, als der unbedarfte Leser dies ahnen mag. Doch damit zum Ansatz:
Der Prozess zur Selbsterkenntnis, mit dem das Leiden um die verborgenen Gefühle in den alten Schlüsselerlebnissen beginnt, wird sinnvoller Weise mit einer Ansprache an Gott selbst begonnen. Man muss sich überlegen, was man will und das dann klar zum Ausdruck bringen. Wo also will ich hin? Was möchte ich tun? Dies etwa sind die Fragen, die es für sich selbst zu beantworten gilt. Und dann muss die Antenne auf Empfang stehen, denn es könnten Ihnen auf einmal Sätze in den Kopf kommen, es könnten Bilder entstehen und es könnten Ihnen Vorstellungen erwachsen. Nehmen Sie dies als Hinweise in die Richtung auf, in die Sie sich entwickeln können. Anschließend gilt es, Schritt für Schritt zu arbeiten und das Ziel, welches Ihnen einmal im Kopfe war, nicht aus dem Sinn zu verlieren. Während des Prozesses werden Ihnen zudem weitere Ideen in den Kopf kommen, sicher dabei einige, mit denen Sie zunächst nichts anfangen können. Aber zunehmend werden Sie erkennen, dass es Fingerzeige des Himmels sind und Sie sich mit jedem erreichten Teilziel auch auf dem richtigen Weg wähnen dürfen. Im Grunde geht es also darum, den eigenen Rhythmus in seinem Innersten zu erwecken. Des Weiteren kommt es darauf an, die richtigen Fragen zu formulieren, deren Antworten man bereits tief im Innersten kennt. Dazu der Mystiker-Kollege Dschelaladdin Rumi:
„Du weist, was die Laute Dir zuruft als Rat:
O folge mir, komm Du und finde den Pfad!
Der Weg führt durch Wahrheit und Irrtum Gestad’.
So wie man durch Fragen der Antwort sich naht.“
Hat man schließlich das Ziel, welches zu Beginn gestanden hat, erreicht, wird man häufig erkennen können, dass eigentlich das gesamte Leben auf diesen Prozess um das seelische Erwachsenwerden ausgerichtet war. Wegen der Aufgaben, die gemeistert wurden, der Ansagen des Himmels, die man in ihrer Tiefe für sich aufschließen konnte, steht dann am Ende statt des Rätsels um die eigene Person nunmehr innere Kraft und Stärke. Ihnen zur Erreichung dieses Zieles zu verhelfen, Ihnen im übertragenen Sinne auf diesem Weg die Hand zu reichen, damit Sie sich nicht verlieren können, sei ein weiteres Mal das Buch empfohlen, welches Gott mir bereits vor drei Jahrzehnten im Traum zeigte: „Die Reise in die Seele – Seelische Selbstheilung und Seelenentwicklung“.
Vielleicht darf ich zu diesem Werk noch einige Anmerkungen anfügen: Das Buch umfasst einerseits persönliche Lebensgeschichte sowie deren Auflösung und knüpft andererseits vergleichend an die Erkenntnisse anderer freier Mystiker an. In diesem zweiten Bereich geht es sozusagen dann wieder abwärts, aus der Lehre heraus zurück auf die zugrunde liegenden Schlüsselerlebnisse. Alle Erkenntnisse werden zudem in ein gesamtes göttliches Belohnungs- und Bestrafungssystem eingebunden und es erlaubt ein Mystisches System die Entwicklung von Handlungsstrategien. Da sich solche Ergebnisse nicht von vornherein aufgedrängten, zudem in einem Bereich der Sprachlosigkeit Formulierungen zu finden waren, dauerte es zwei Jahrzehnte bis zur Fertigstellung des Werkes. Denn solange Gefühle nicht völlig verarbeitet sind, kann auch kein Text auf eine völlige Klarheit hin verarbeitet werden. Der Gefühlswust klebt an der Sprache, bis die letzte Emotion in Weisheit umgewandelt oder aus allen Niederlagen ein einziger Sieg geworden ist. Nichtsdestotrotz versprach ich Gott, das Buch sofort fertig zu stellen. Dies ist dann mit der Grund, warum es schließlich eine „Urfassung“ des früher nur als Ebook erhältlichen Werkes mit den damals aktuellen Texten meiner beiden Websites forum-freie-mystik.de und ritter-pitter.de gibt.