Über den Hippokratischen Eid wird häufig gesprochen, vielen – nicht nur – Ärzten erscheint dieser jedoch nicht mehr zeitgemäß. Insbesondere, so wird vorgetragen, schlage sich der medizinische und gesamtwissenschaftliche Fortschritt nicht deutlich in ihm nieder. Gute Gründe somit, den Text einmal in einer reformierten Fassung vorzuzustellen. Doch sei er zunächst im originalen Wortlaut (Quelle: Wikipedia) zitiert:
„Ich schwöre und rufe Apollon, den Arzt, und Asklepios und Hygeia und Panakeia und alle Götter und Göttinnen zu Zeugen an, dass ich diesen Eid und diesen Vertrag nach meiner Fähigkeit und nach meiner Einsicht erfüllen werde.
Ich werde den, der mich diese Kunst gelehrt hat, gleich meinen Eltern achten, ihn an meinem Unterricht teilnehmen lassen, ihm wenn er in Not gerät, von dem Meinigen abgeben, seine Nachkommen gleich meinen Brüdern halten und sie diese Kunst lehren, wenn sie sie zu lernen verlangen, ohne Entgelt und Vertrag. Und ich werde an Vorschriften, Vorlesungen und aller übrigen Unterweisung meine Söhne und die meines Lehrers und die vertraglich verpflichteten und nach der ärztlichen Sitte vereidigten Schüler teilnehmen lassen, sonst aber niemanden.
Ärztliche Verordnungen werde ich treffen zum Nutzen der Kranken nach meiner Fähigkeit und meinem Urteil, hüten aber werde ich mich davor, sie zum Schaden und in unrechter Weise anzuwenden. Auch werde ich niemandem ein tödliches Gift geben, auch nicht wenn ich darum gebeten werde, und ich werde auch niemanden dabei beraten; auch werde ich keiner Frau ein Abtreibungsmittel geben.
Rein und fromm werde ich mein Leben und meine Kunst bewahren.
Ich werde nicht schneiden, sogar Steinleidende nicht, sondern werde das den Männern überlassen, die dieses Handwerk ausüben.
In alle Häuser, in die ich komme, werde ich zum Nutzen der Kranken hineingehen, frei von jedem bewussten Unrecht und jeder Übeltat, besonders von jedem geschlechtlichen Missbrauch an Frauen und Männern, Freien und Sklaven.
Was ich bei der Behandlung oder auch außerhalb meiner Praxis im Umgang mit Menschen sehe und höre, das man nicht weiterreden darf, werde ich verschweigen und als Geheimnis bewahren.
Wenn ich diesen Eid erfülle und nicht breche, so sei mir beschieden, in meinem Leben und in meiner Kunst voranzukommen, indem ich Ansehen bei allen Menschen für alle Zeit gewinne; wenn ich ihn aber übertrete und breche, so geschehe mir das Gegenteil.“
In einer ähnlichen Wortfassung findet er sich bei Jostein Gaarder in „Sophies Welt“:
„Ich schwöre bei Apollon dem Arzt, und bei Asklipios, bei Hygieia und Panakeia und bei allen Göttern und Göttinnen, die ich zu Zeugen anrufe, dass ich nach bestem Vermögen und Urteil diesen Eid und diese Verpflichtung erfüllen werde: Ich werde den, der mich diese Kunst lehrt, meinen Eltern gleich achten, mit ihm den Lebensunterhalt teilen und ihn, wenn er Not leidet, mit versorgen, seine Nachkommen meinen eigenen Brüdern gleich stellen und sie die Heilkunst lehren, wie sie diese erlernen wollen, ohne Entgelt und ohne Vertrag. Ratschlag und Vorlesung und alle übrige Belehrung will ich an meine eigenen Söhne und an die meines Lehrers weitergeben, sonst aber nur an solche Schüler, die nach ärztlichem Brauch durch den Vertrag gebunden und durch den Eid verpflichtet sind. Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken nach bestem Vermögen und Urteil und von ihnen Schädigungen und Unrecht fern halten. Ich werde niemandem, auch nicht auf seine Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur einen solchen Rat erteilen. Auch werde ich nie einer Frau ein Mittel zur Vernichtung keimenden Lebens geben. Was ich bei der Behandlung oder auch außerhalb der Behandlung im Leben der Menschen sehe oder höre, werde ich verschweigen und solches als Geheimnis betrachten.“
Fünf heutige Diskussionspunkte sind in der Originalfassung nicht oder überdenkenswert enthalten, nämlich Geburtenkontrolle, Behandlung psychischer Störungen, traditionelle Medizin kontra Schulmedizin, Gentechnik und lebensverlängernde Apparatemedizin.
Der aus Sicht der Mystik einfachste Punkt ist die Abtreibung, denn in der Auflösung zeigt sich, dass darin göttliche Geheimnisse verborgen lagen: Erstens ist eine Abtreibung kein Mord und zweitens kann im Auflösungsweg die Schöpferin geschaut werden. Damit ist der Punkt um die Abtreibung ersatzlos zu streichen.
Daraus folgt bereits in weiterer Überlegung, dass psychische Probleme um so genannte Schlüsselerlebnisse häufig nur Schritte auf das Erwachsenwerden der Seele hin sind und daher keineswegs einer Behandlung bedürfen, jedenfalls keiner medikamentösen und falls doch einmal, einer eher sanft medikamentösen. Im Text des Eides sollte sich deshalb ein Hinweis für Psychologen und Psychiater finden, dass sie das Feld der Schlüsselerlebnisse – weil hier der Rückweg zu Gott verborgen liegt – der Mystik zu lassen haben.
Angeschnitten war als Drittes bereits die Frage medikamentöser Behandlungen. Hier sollte neben dem Erkennen-Können psychosomatischer Erkrankungen grundlegendes Wissen um Gesundheit und Heilung seinen Niederschlag finden. Ein Arzt hat deshalb mit seinem Ansehen, seinem Einfluss und seinen Kenntnissen Sorge zu tragen für:
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Sauberes Trinkwasser
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Gesunde Ernährung und Hygiene
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(sofern möglich) Verabreichung von Haus- und Homöopathischen Mitteln
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(sofern möglich) Ausschöpfen der Möglichkeiten der Traditionellen Medizin
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dann erst: Einsatz der europäischen Schulmedizin
Weil viele Medikamente statt eines Nutzens nur zu viele Nebenwirkungen haben, ist deshalb der traditionellen Medizin der Vorrang einzuräumen. Es ist zudem nicht einsehbar, dass nur den Interessen einer Pharmaindustrie zugearbeitet und dabei das Wohl der Patienten aus den Augen verloren wird.
Zum Vierten ist es durchaus legitim, der Schöpfung auf die Sprünge zu helfen und zu kreuzen, nicht aber, der Schöpfung ins Handwerk zu pfuschen und Gene zu manipulieren. Auch dem sei mit dem Eid entgegengetreten.
Und noch einmal geht es fünftens darum, der Schöpfung nicht ins Handwerk zu pfuschen: Die Seele ist auf die Erde geboren, sich Erlösung aus einem Kreislauf von Wiedergeburten zu verschaffen. Wer daher eine Seele in einem künstlich am Leben erhaltenen Körper an diese Erde fesselt, vergeht sich an dieser Seele.
Und so kommen wir denn zu einem neuen Text des Hippokratischen Eids:
„Ich schwöre und rufe die Schöpferin, die Mutter-Vater meiner Seele, zu meiner Zeugin an, dass ich nach bestem Vermögen und Urteil diesen Eid und diese Verpflichtung erfüllen werde:
Ich werde den, der mich diese Kunst lehrt, meinen Eltern gleich achten, mit ihm den Lebensunterhalt teilen und ihn, wenn er Not leidet, mit versorgen, seine Nachkommen meinen eigenen Schwestern und Brüdern gleich stellen und sie die Heilkunst lehren, wie sie diese erlernen wollen, ohne Entgelt und ohne Vertrag. Ratschlag und Vorlesung und alle übrige Belehrung will ich an meine eigenen Kinder wie an die meines Lehrers weitergeben, sonst aber nur an solche Schüler/Innen, die nach ärztlichem Brauch durch den Vertrag gebunden und durch den Eid verpflichtet sind.
Soweit es in meinen Kräften steht, werde ich mich um sauberes Trinkwasser, gesunde Nahrung und gute hygienische Bedingungen für meine Mitmenschen bemühen und sie des Weiteren vom Nutzen für die persönliche Gesundheit unterrichten. Bei ärztlichen Verordnungen wird mir nur das Wohl des Patienten am Herzen liegen. Daher werde ich nur zum Nutzen der Kranken nach bestem Vermögen und Urteil Verordnungen treffen, dabei Schädigungen und Unrecht von ihnen fern halten.
Ich werde psychosomatische Störungen nicht mit Medikamenten behandeln, sondern demjenigen helfen, zu einem seelisch Erwachsenen zu werden. Dabei werde ich mich nicht in seinen Erkenntnisgang einmischen und ihn den Weg zu seiner Seele und zu Gott alleine finden lassen.
Ich werde niemandem, auch nicht auf seine Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur darauf einen Rat erteilen. Ich werde der Schöpfung nicht ins Handwerk pfuschen und keine Gene manipulieren. Zudem werde ich keine Seele in ihrem Körper an diese Erde gefesselt halten. Rein und fromm werde ich mein Leben und meine Kunst bewahren.
Ich werde auch nicht operieren, sondern es denen überlassen, die dieses Handwerk erlernt haben und es ausüben.
In alle Häuser, in die ich komme, werde ich zum Nutzen der Kranken gehen, ohne Ansehung ihres Standes. Meine Stellung werde ich nicht zum geschlechtlichen Missbrauch an Männern, Frauen und Kindern ausnutzen.
Was ich bei der Behandlung oder auch außerhalb der Behandlung im Leben der Menschen sehe oder höre, werde ich verschweigen und solches als Geheimnis betrachten.
Wenn ich diesen Eid erfülle und nicht breche, so sei mir beschieden, in meinem Leben und in meiner Kunst voranzukommen, indem ich Ansehen bei allen Menschen für alle Zeit gewinne; Wenn ich ihn aber übertrete oder breche, so geschehe mir das Gegenteil.“