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Geschichte im Fokus 2011

Geschichte im Fokus

Seelenentwicklung mit Märchen und Sagen

Neuerscheinung 2011
Paperback Softcover, 433 Seiten, 40 Grafiken, 15 davon in Farbe

Leseprobe: Geschichte im Fokus
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Grundstrukturen der Religionen

Zwischen Mystik und Schamanentum

Neuerscheinung 2011
Paperback Softcover, 433 Seiten, 9 farbige und 5 s/w-Grafiken

Leseprobe: Grundstrukturen der Religionen
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Die Reise in die Seele

Seelische Selbstheilung und Seelenentwicklung

Überarbeitete und erweiterte Ausgabe als eBook und Paperback erhältlich.

433 Seiten und 20 Abbildungen.

Leseprobe: Die Reise in die Seele

Lesen Sie auch den Back Cover Text

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Informationen bieten Ihnen zudem die Texte:
"Reise..." und Ziele sowie Kraft und Stärke

Wissenswertes bietet zudem: Das fiktive Interview zur Reise in die Seele
oder Die Presse- und Leserinformation zu Die Reise in die Seele

Leserbrief im epoc Magazin des Spektrum Verlages

Lesen Sie meinen am 8.8.2011 im epoc Magazin des Spectrum Verlages veröffentlichten Leserbrief .
Unter dem Titel "Wahrheit und Fiktion" entwerfe ich dort in aller zu Gebote stehenden Kürze einen gangbaren Weg an den Islam und den Koran quellenkritisch heranzutreten. Hier geht es zum Text: www.spektrumverlag.de/artikel/1118333

Neue Texte:

Freie Mystik/ Religionen
Nur die Freie Mystik schafft Ordnung, sowie zur Berufung.

Mystik, Philosophie / Religion?
Die wohl größte Hürde in der Akzeptanz der „freien Mystik“ resultiert aus der Angst...

Brief an die Pharisäer
Beziehungen zwischen Erlebnissen, Erkenntnissen, Kulturschaffen, Religionen und Gottesbildern.

Mystik und Darwinismus
Warum der Darwinismus gar nicht Gottlos ist.

Totalausbrennung kontra Burnout
Warum der Burnout nichts mit Seelenbrand gemein hat.

Mystik, Geschichte und Poiltik
Zu Geschichte und Politik sowie Hilfestellung durch die Mystik.

Mystik und Neurowissenschaften
Welche Wissenschaft führt, Hirnforschung oder Philosophie?

Kleine Lebens-/Werteberatung
Einige Empfehlungen aus mystischer Sicht, das Leben anzugehen.

Der Diskos von Phaistos
Mystischer Lösungsansatz für eines der ältesten Rätsel der Menschheitsgeschichte.

Der Eid des Hippokrates
Ist der Text noch zeitgemäß? Der Versuch einer Neudefinition.

Mystik und Literatur
Wie Mystik Literatur und Lehren befruchtete.

Mystik Literaturliste
Literaturempfehlungen zur freien Mystik

Mystik und westliche Philosophie
Der "Vatermord" des Platon und die "Sokratische Wende".

Mystik und String
Gib es eine Verbindung zwischen Mystik und Naturwissenschaften?

Mystik, Geschichte und Politik

Mystik, Geschichte und Politik

von Claus-Peter Peters

Mancher von Ihnen wird bereits bei dem Titel nach dem Zusammenhang fragen. Doch im Grunde ist es einfach: Mystik ist Weisheit aus verarbeiteter eigener (Lebens-) Geschichte. Sie befähigt gestandene Mystiker/Innen zur Hilfestellung für noch Suchende. Wer sich im Übrigen eine solche Persönlichkeitsentwicklung als Lebensziel setzt, richtet sich weniger an wirtschaftlichen Überlegungen aus und handelt menschlicher. Nun ist Politik vom Grunde her eine Beschäftigung zum Wohle der Allgemeinheit. Sie sollte deshalb von Menschen betrieben werden, die mit sich selbst im Reinen sind und Hilfen bieten können. Ein Hilfesuchender billigt andersherum auch eher einem innerlich gefestigten Menschen die Führungsrolle zu, als jemandem, der sich über eine erreichte Position definiert. Somit wären Mystiker als Politiker und damit verbunden ein Wandel in der (Menschheits-) Geschichte einzufordern. Doch der Reihe nach, beginnen wir mit „Geschichte“.

Geschichte kennt viele Betrachtungsweisen: Neben der klassischen Geschichtsschreibung, dazu gleich mehr, kennen wir Erdgeschichte, Menschheitsgeschichte oder eben auch persönliche Geschichte. Menschheitsgeschichte kann weiter unterteilt werden nach Entwicklungen in einzelnen Epochen, nach Kulturgeschichte oder etwa auch nach Religionsgeschichte, wobei in letzterer natürlich wieder in besonderem Maße persönliche Lebensgeschichte enthalten ist. Neben Inhalten dieser Art kann weiter nach äußeren Aspekten untersucht werden. So erforscht man in der Siedlungsgeschichte das Wohnen von Menschen über längere Zeiträume in einem geografischen Raum. Und unter politischen Aspekten und in historischen Grenzen heißt solche Geschichte dann Landesgeschichte, Regionalgeschichte oder Stadtgeschichte. Daneben gibt es in vielen Wissenschaften Betrachtungen der Geschichte der jeweiligen Disziplin, so beispielsweise Rechtsgeschichte, Literaturgeschichte, Philosophiegeschichte, Medizingeschichte usw., um hier nur einige Beispiele zu nennen.

Alle diese historischen Betrachtungen werden zumeist aus Büchern, Berichten, Urkunden usw. „erlesen“, also aus schriftlichen Aufzeichnungen heraus erforscht. Mit dieser Art der Vorgehensweise verfestigt die jeweilige Disziplin dann ihre eigenen geschichtlichen Anschauungen, immer verbunden natürlich mit der Gefahr der Fortschreibung alter Irrtümer. Nun ist die Fortschreibung von Irrtümern in irgendeiner Wissenschaftsgeschichte für die Menschheit von ziemlich untergeordneter Bedeutung, anders dagegen schon in der klassischen Geschichtsschreibung, die wir in der Schule kennen lernen dürfen. So stellt inzwischen – von einer Öffentlichkeit kaum bemerkt – fast jede Ausgrabung oder Entdeckung bisherige „Erkenntnisse“ auf den Kopf. Drei Beispiele: Felszeichnungen tauchen viel früher auf als bisher angenommen, mit einem Mal, in sehr perfekter Form und an vielen Plätzen Europas. Die Varusschlacht wurde offenbar in Kalkriese bei Osnabrück und nicht im Teutoburger Wald geschlagen. Ausgrabungen an einer Kirche in Langenfeld-Richrath lassen die Vermutung zu, dass alle Orte auf die Endung –rath rund einhundert Jahre früher gegründet wurden, sodass schon deshalb manche Zeitabläufe im Mittelalter überdacht werden müssten.

Solche Erkenntnisse begeistern allenfalls den Laien und erschüttern dessen aus der Schule stammendes Geschichtswissen. Professionelle Historiker sind da abgeklärter, schließlich müsste man sich in der Folge vom Salm der eigenen Lehre trennen: Da klammert man lieber weiter an schriftlichen Aufzeichnungen, obwohl im Mittelalter etwa Urkunden wegen der Umstellung vom julianischen auf den gregorianischen Kalender einfach umdatiert wurden. Man hinterfragt auch nicht deren Inhalt, obwohl man zum Wert der Dokumente nur bei den Juristen nachzufragen bräuchte. Juristen wissen, dass der Mensch in alter Zeit keineswegs besser war, als der Mensch heute. So kennen sie aus der Rechtsgeschichte Jahrtausende alte Gesetze gegen einen ganzen Sprengel von etwa Urkundendelikten, weil die Menschen fürs liebe Geld logen und betrogen, nicht alle, aber genügend viele, dass es schon seit alters her entsprechender Gesetze bedurfte. Daneben kennen die Juristen neben gewöhnlichen Fehlern oder Missverständnissen mindestens ebenso viele Irrtümer der Menschen über die Tragweite von deren Handlungen, Duldungen oder Unterlassungen. Ein mögliches Korrektiv, die Analyse mündlicher Überlieferungen, wurde und wird von Historikern dagegen erst gar nicht in Betracht gezogen. Dabei konnten die zumeist Analphabeten unter unseren Vorfahren ihr Wissen nur als mündliche Geschichten weitergeben, Erzählungen, die uns heute als „Sagen“ bekannt sind. Für die Aufnahme solcher Aspekte in eine Geschichtsbetrachtung müsste man sich jedoch mit menschlichen Schwächen oder religiösen Überlegungen auskennen. Da Historiker so etwas nicht lernen (am Rande eingeworfen, genauso wenig wie die Religionswissenschaftler), wird das Augenmerk weiter auf die schriftlichen Hinterlassenschaften der des Lesens und Schreibens mächtigen Herrschenden gelegt. Dies bedeutet noch nachträglich eine endgültige Geschichtsklitterung zu deren Gunsten, ein weites Thema im Übrigen, dass ich bereits mit den „Sage(n) vom versunkenen Schloss“ aufgriff, wie der geneigte Leser auf der Website ritter-pitter.de nachlesen kann.

Und in noch einem Bereich – lassen wir die ohnehin gefärbten Theologien beiseite – wirken sich die Irrtümer der Gelehrten fatal aus, in der Religionsgeschichte: Ein jeder Mensch will doch wissen, wie der religiöse Führer seiner Glaubenslehre einstmals „tickte“, denn hier geht es um das eigene, persönliche Seelenheil. Es darf wohl unterstellt werden, dass niemand bereit wäre, einem Führer zu folgen, der sich schon über den Weg oder aber über den Wert seiner Erkenntnisse irrte. Dabei verspüren wir den Einfluss dieser Stifter ja noch doppelt, persönlich direkt sowie über die Politik indirekt. Was nutzt es in diesem Sinne daher einem „Gotteskrieger“, erst vor dem Himmelstor In Erfahrung zu bringen, dass er nicht mit 21 Jungfrauen belohnt, sondern für viele Morde göttliche Strafe zu erwarten hat? Das gilt im Übrigen erst recht vor der Gesamtschau eines göttlichen Belohnungs- und Bestrafungssystems, dass in vielen mystischen Prozessen zusammengetragen werden konnte und über das man sich in meinen Büchern oder auf dieser Website informieren kann!

Politik – und damit zweiter Punkt unserer Überlegungen – wurde schon immer und wird noch heute von der Herkunftsgeschichte der Herrschenden (persönliche Geschichte sowie Kulturgeschichte) beeinflusst. Man muss sich dazu nur einmal die Lebensentwürfe von Arbeitern und Bauern oder die von Fabrikanten- und Königssöhnen im Vergleich zueinander anschauen. Dann wird deutlich, wie sich die Herkunftsgeschichte auf das weitere Leben, nachfolgend die Lebensanschauungen und Entscheidungen auswirkt. Persönliche Befreiung aus solchen Abhängigkeiten erfährt man im Übrigen erst über das Aufschlüsseln der Eckpunkte des Lebens, die auch Schlüsselerlebnisse genannt werden. An diesem Hebel auch setzten Dichter und Denker wie Religionsstifter für sich an. Damit öffnet sich hier ein weites, bislang eher vernachlässigtes Feld der Geschichtsforschung, nämlich der Einfluss von Lebensgeschichte historischer Persönlichkeiten auf Religion, Kultur und Politik, nicht nur in ihrer Zeit, sondern weit darüber hinaus. Dabei wäre es spannend nach deren Schlüsselerlebnissen Ausschau zu halten und offen zu legen, wie sie damit umgingen. Im Anschluss daran wäre aufzuzeigen, wie mit persönlicher Prägung historische Ereignisse beeinflusst oder sogar ganzen Epochen der Stempel aufgedrückt wurde. Das wäre Geschichte, die erhellen würde, wie manches Mal Politik gemacht oder wie auch Menschen manipuliert wurden. Das würde weiter zu einer anderen Sichtweise auf die eigene Historie in ihren vielfältigen Ausprägungen führen und hätte darüber hinaus Auswirkungen bis in die heutige Politik, nicht nur in die Politikentwürfe, sondern ebenso auf jeden einzelnen Politiker – persönlich.

Denn mancher zukünftige Politiker erführe bereits in der Schule von der Nachhaltigkeit des Wirkens und könnte – sofern er Nachhaltigkeit eigenen Wirkens für sich als Ziel formulierte – sein eigenes Handeln an solchen, weit in die Zukunft gerichteten Zielen ausrichten. Daneben käme dem einen oder anderen vielleicht die Notwendigkeit zu Bewusstsein, erst seine Hausaufgaben zu erledigen, bevor man sich an Politik heranwagt. Schließlich gibt es viele Entscheidungen in einem Politikerleben, die für Generationen binden und/oder eine Hypothek auf die Zukunft bedeuten. Falls in diesem Zusammenhang keine Entscheidungen von Politikern erinnerlich sind, weil Ihnen nur die Wirkungszeit von Renten-, Gesundheits- oder sonstigen Reformen in den Sinn kommt, nehmen Sie doch einmal die Energiepolitik heraus: Obwohl bekannt ist, dass die fossilen Brennstoffe rapide zu Ende gehen und obwohl bekannt ist, dass unsere Weltwirtschaft, ja die gesamte Erdbevölkerung am Ölhahn hängt, werden allenfalls Gesetze und Verordnungen im Sinne der Manager der Erdöllobby oder Entscheidungen zur Erzielung kurzfristiger Gewinne getroffen. Des Weiteren werden Forschungsprogramme verhindert, die uns aus der Ölabhängigkeit befreien könnten. Was ist überdies mit dem in Tausenden Tonnen produzierten Plutonium aus Kernreaktoren? Es hat eine Halbwertszeit von über 24000 Jahren (erst die Hälfte ist dann zerfallen), aber schon ein Gramm dieses Stoffs reicht aus, bei zehntausend Menschen Blut- oder Lungenkrebs hervorzurufen.

Wir sprachen den Schulunterricht an: Wäre es für die Gesellschaft nicht insgesamt besser, schon die Schule bezöge im Unterricht persönliche Geschichte historischer Persönlichkeiten mit in den Lehrstoff ein, lehrte also statt Urkundenlektüre einmal Geschichte der Menschen, die aus Fleisch und Blut bestehen, damit ein jeder (nicht nur angehende Politiker) an Persönlichkeitsentwicklung herangeführt würde? Damit schon früh ein jeder erkennt, was die Großen der Geschichte anders als die übrige Bevölkerung gemacht haben, dass sie nachhaltig Einfluss nehmen konnten. Damit ein jeder des Weiteren sieht, was die Großen falsch gemacht haben, damit wir aus deren Geschichte lernen können. Natürlich um gleich anschließend selbst verliebten und von sich eingenommen Politiker/Innen die rote Karte zu zeigen, wenn altbekannte Muster auftauchen, etwa Politiker aus Eigen- und/oder Seilschaftsinteresse oder aber aus einem hohlen Kopf heraus Entscheidungen gegen das Wohl der Allgemeinheit treffen. Der eine oder andere Politiker sei hier einmal daran erinnert, dass Politik für die Menschen da ist und nicht umgekehrt. Politik ist eine Organisationsaufgabe für die Gesamtbevölkerung einer politischen Einheit, nicht aber ein Bolzplatz, um erste Sozialkompetenz zu entwickeln, oder gar der Rahmen für uns alle verstörende Selbstdarstellungen. Natürlich gibt es schon jetzt gute Politiker, keine Frage, doch könnte an dieser Schnittstelle von Geschichte und Politik noch mehr geleistet werden.

Mystik nämlich könnte einerseits die persönliche Geschichte der großen Köpfe erhellen, andererseits aufzeigen, wie Seele zu entwickeln ist. Damit würde Mystik über persönliche Hilfestellung weiter in die Rolle gesellschaftlicher Hilfestellung hineinwachsen. Mystik könnte ferner mit dazu beigetragen, solche Personen in Führungsaufgaben zu bringen, die einen seelischen Reifeprozess für sich abschließen konnten. Schließlich wäre mit seelisch Erwachsenen an den Schalthebeln der Macht dann auch die Politik eine andere, sie wäre menschlicher und dies mit langfristigen Perspektiven.

Dennoch darf der Einzelne natürlich nicht erwarten, in einer solchen Gesellschaft an die Hand genommen zu werden. Denn der Sinn des Lebens besteht ja darin, seine Seele zu entwickeln, um göttliche Aufnahme nach diesem Leben zu erfahren. Und damit das Leben in diesem Entwicklungssinne göttliche Prüfung sein kann, kann nur ein Rahmen vorgegeben werden, innerhalb dessen sich der Mensch seinen Weg selbst suchen muss. Schließlich gilt es, für sich Verantwortung zu übernehmen, gegebenenfalls hernach auch Verantwortung für eine Gemeinschaft zu tragen.

Zur Führung einer Gesellschaft durch Mystiker sei auf die stets aktuellen Ausführungen des Laotse verwiesen. Der 48. Spruch:

Wer der Wissenschaft sich widmet, nimmt täglich zu,
Wer in der Führung des Alls wandelt, nimmt täglich ab.
Durch fortgesetztes Abnehmen
Gelangt man zum Nichthandeln.
Handelt man nicht, dann gibt es nichts, was nicht getan werden könnte. –
Wer das Weltreich nehmen möchte,
Der tut es immer durch Nichtgeschäftigkeit.
Solange einer Geschäftigkeit hat,
Ist er ungeeignet, das Weltreich zu nehmen.

Ein Wissenschaftler, so schon Laotses Beobachtung, lernt täglich hinzu. Ein Mystiker dagegen vergisst täglich von dem zurückgelegten Weg wie auch von den dort entwickelten Gedanken. Dennoch geht mit der Abnahme der Bindung an den Prozess der Persönlichkeitsentwicklung zunehmend ein Gefühl tiefer Zufriedenheit und innerer Ruhe einher, das sinnlose Geschäftigkeit unterbindet. Der Mystiker sagt, was er denkt, und weiß, wovon er spricht. Also lohnt es für ihn nicht, um Positionen zu kämpfen. Mit anderen Worten: Nach Laotse wäre der Mystiker allenfalls da und erteilte Rat. Er stellte sich aber nicht vor eine Meute und gäbe Befehle. Er versuchte ferner nicht, zu erziehen, denn erziehen muss sich ein Erkennender selbst. Damit tut sich im Übrigen nur vordergründig ein Widerspruch zu meiner Forderung nach Mystikern in der Politik auf, denn hier ist auf die hohe, eher noch auf die Rätselmeisterschaft abzuheben. Laotses Empfehlungen richten sich an diesen Kreis von Mystikern, dem damit die Aufgabe einer moralischen Instanz in einer Welt des Umbruchs zukommt. Kein Rätselmeister soll sich in der Tagespolitik „verbrennen“, weil es in seiner Arbeit auf lang anhaltende und besonders nachhaltige Wirkung ankommt. Deshalb wäre für diese in der Politik die Nichtgeschäftigkeit zu pflegen, somit anderen die Politik zu lassen.    

Aufgabe eines Rätselmeisters wäre es stattdessen, Wissen auszubreiten, Studien zu betreiben und sich hierfür zurückzuziehen. René Descartes im Bericht über die Methode, sechster Teil: „Wenn es also auf der Welt jemanden gäbe, von dem man mit Sicherheit wüsste, dass er fähig ist, die größten und nützlichsten Dinge, die es nur geben kann, für die Allgemeinheit zu finden, und wenn sich deswegen alle anderen Menschen bemühten, ihm mit allen Mitteln zu helfen, an das Ziel seiner Absichten zu kommen, so sehe ich nicht, was sie anderes für ihn tun könnten, als ihn mit Geld für die Kosten der Beobachtungen, die er braucht, zu versorgen und ansonsten zu verhindern, dass ihm seine Zeit durch die Zudringlichkeit von irgendjemandem verloren ginge.“

Zu meiner Person angemerkt, wäre ich, Bekanntheit unterstellt, sogar mutmaßlich allein durch den Verkauf meiner Bücher in der Lage, mich ohne Unterstützung oder Erwerbsarbeit selbst zu finanzieren. Meine Existenz würde sich somit für die Allgemeinheit als überwiegend kostenneutral darstellen. Glücklicherweise verfüge ich zudem über genügend Ausführungen vom Weg selbst, um Neues zu entwickeln und an andere Mystiker anzuknüpfen. Ansonsten fände ich mich womöglich schnell in einer ähnlichen Position wie Laotse wieder, nämlich nur noch von wenigen verstanden zu werden. Als meine vordringlichsten Aufgaben sähe ich im Übrigen die Überarbeitungen der „Grundstrukturen der Religionen“ sowie der „Sage(n) vom versunkenen Schloss“, anschließend Analysen und Interpretationen von mystischer Literatur und Philosophie mit Hinblick auf eine allgemeingültige Lebens- und Werteberatung.

Bekanntheit war angesprochen, Nichtgeschäftigkeit eingefordert, dennoch kommt ein Rätselmeister andererseits nicht umhin, für die Mystik zu werben. Wem nutzt es, wenn nur wenige wissen, dass Mystik heutzutage in der Lage ist, die Entstehung der Religionen zu erklären, das Wirken der Stifter darzulegen und damit die Religionen aufzulösen? Die Erkenntnisse müssen bekannt sein, damit das sinnlose Morden in religiösen Konflikten ein Ende hat. Nur dann kann sich die Welt anders organisieren und global nach Lösungen für die Allgemeinheit suchen. Bitte vergessen Sie hierbei nicht, dass Sie bis zum Austritt aus dem Geburtenkreislauf im Seelenkreislauf mit ihrer Seele an die übrigen Erdenkreisläufe gebunden bleiben, sprich immer wieder auf diese Erde geboren werden, selbst wenn dieser Planet am Ende völlig ramponiert wäre. Doch lange Rede, kurzer Sinn: Falls Sie nun etwas für die Welt tun möchten: Helfen Sie mir bitte, mich bekannt zu machen. Ich garantiere Ihnen im Gegenzug, dass ich mit Rat und Hilfestellung für die Welt da sein und Sie im Weiteren in Ruhe lassen werde.

Langenfeld, den 27.9.2008

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